Ein neues Semester geht los.
- Nicolas Sebastian
- 30. Okt. 2022
- 4 Min. Lesezeit

Es wird wieder Zeit, die Semesterferien sind vorbei und der Herbst hält Einzug, wenn auch bisher einen sehr warmen. Aber die Blätter färben sich Orange und fallen nach und nach zu Boden. Bei Starbucks gibt es nun wieder einen Pumpkin-Spice-Latte und die ersten Leute kramen ihre Winterjacken hervor um bei 20 Grad Aussentemperatur und Sonnenschein den Schein zu erwecken es sei herbstlich kühl und der Sommer ist vorbei.
Im Oktober werden Studentenstädte immer wiederbelebt und die Horden an Studenten fließen durch die Innenstädte und über den Campus. Ich war in der Tat zwei Wochen vor Semesterstart in Darmstadt unterwegs. Es war relativ leer und die Bahnen fuhren zu ungewöhnlichen Zeiten. Alles war quasi in einem Schlaf- oder Ruhemodus. In der ersten Semesterwoche war ich dann erneut unterwegs in Darmstadt. Die Bahnen waren überlaufen, ständig konnten sie nicht weiter fahren weil eine Tür durch heraushängende Beine, Arme oder Rucksäcke blockiert war und an den Haltestellen in Nähe eines Uni-Gebäudes spuckten die Öffis ganze Scharen an Studenten aus, welche im Anschluss in Richtung der Hörsäle strömten. Ganz schön ungewohnt das Ganze, nach einer Pause die durch Corona zwangsweise eingelegt wurde. Das vergangene Semester hat sich für mich irgendwie noch nicht wieder wie ein normales Semester angefühlt... Mal sehen wie sich das neue schlägt. Die erste Woche war definitiv schonmal anders als letztes Semester.
Im neuen Semester werde ich keinen Entwurf machen, da ich gerne meine ganzen Seminare und Wahlfächer für meinen Master absolvieren möchte. Also konzentriere ich mich in diesem Semester auf alles was ich interessant finde und machen muss. Somit kann ich im Anschluss noch zwei Semester mit Entwürfen und ohne großartige Nebenleistungen durchziehen.
Im neuen Semester belege ich folgende Veranstaltungen:

Werte im Wandel - Seminar
In diesem Seminar geht es um die Wertentwicklung und das Potential alter Gebäude, welche durch eine Sanierung und durch eine anschließenden Nutzungsänderung neu aufleben können.
Leider ist der Trend aktuell darauf aus immer neue Gebäude zu bauen, obwohl noch zahlreiche tägliche Gebäude auf dem Markt sind. Diese weisen allerdings einen Sanierungsbedarf auf und sind deswegen häufig unattraktiv. für Investoren. Nun geht es also darum, diese angesprochenen Immobilien wieder attraktiv zu machen. Das Seminar möchte also die wirtschaftliche Seite der Architektur betrachten und uns auf Gespräche mit Bauherren und Investoren vorbereiten.
Ich denke, dass das ein sehr interessantes Seminar werden wird. Ein sehr ähnliches Seminar habe ich bereits während meines Bachelor-Studiums belegt, Wert-contra-Preis.

Energy technologies in civil engineering and architecture - interdisziplinäre Vorlesung
In Zeiten wie der aktuellen Energiekrise ist es wichtig, unsere Gebäude zukunftsfähig zu machen. Doch nicht nur unsere Gebäude müssen das im einzelnen sein, viel mehr geht es darum die Gesamtheit zu betrachten und diese nachhaltig und fit für die Zukunft zu gestalten.
In dieser interdisziplinären Vorlesung geht es um die Abwägung von unterschiedlichen Lösungen zur nachhaltigen Energieversorgung bezogen auf diverse Aspekte, wie zum Beispiel technische, wirtschaftliche, soziale und auch ökologische.
Diese Vorlesung belege ich als interdisziplinäres Wahlfach. Sie wird durch eine Übung begleitet und schließt mit einer Klausur ab.
Ich bin mal sehr gespannt wie das so wird :D

Einstieg in die Betriebswirtschaftslehre - interdisziplinäre Vorlesung
Im Architekturstudium lernt man eigentlich so gut wie nichts zum Thema Wirtschaftlichkeit, obwohl es in der realen Welt um nichts anderes geht.
Mein Ziel ist es, dass ich mich irgendwann als Architekt selbständig machen kann. Dafür muss ich meiner Meinung nach auch etwas von der Betriebswirtschaft verstehen. Zumindest die Grundzüge.
Also belege ich im neuen Semester eine Vorlesung zum Einstieg in die Betriebswirtschaftslehre.

Glasmalerei im Mittelalter - Geschichtsseminar
Für meinen Master muss ich auch ein Seminar in Architekturgeschichte belegen.
Da habe ich mich für eins über Glasmalerei entschieden. Ich finde Lichtplanung sehr interessant und welche Stimmungen dadurch erzeugt werden können. Im Mittelalter wurde ebenso mit Licht Stimmung erzeugt. Unteranderem mit Hilfe von Glasmalerei.
Dieses Seminar ist eine Blockveranstaltung und wird in drei Blöcke unterteilt. Wir werden im laufe der Veranstaltung zwei Präsentationen halten müssen. Meine erste Präsentation handelt von der Herstellung von Buntgläsern im Mittelalter und die zweite Präsentation befasst sich mit der Kölner Glashütte.
Ich bin gespannt was es alles über Glasmalerei zu lernen gibt...

Holzbau I - interdisziplinäre Vorlesung
Ebenfalls als interdisziplinäre Veranstaltung besuche ich eine Vorlesung der Bauingenieure zum Thema Holzbau. Ich hoffe, dass ich dort einiges an technischen Wissen zum Thema Holzbau aufgreifen kann. Vor allem was die Dimensionierung von Bauteilen angeht. Wir haben das zwar alles schonmal in der Tragwerkslehre angerissen, allerdings war das im ersten Semester und eben auch nur angerissen. Also möchte ich das ganze jetzt gerne etwas vertiefen.
Am Ende wird auch dazu eine Klausur geschrieben, wobei ich noch nicht weiß ob ich die schreiben werde, da ich schon mehr Credit-Point habe als ich benötige... :D Aber im Zweifel kann ich eine schlechtere Note ausgleichen... Falls diese besser ist :D
Aber ich möchte den Inhalt aufjedenfall mitnehmen. Kann ja nicht schaden!

Entwerfen und Lichtplanung - Seminar
Als Wahlfach habe ich noch das Lichtplanungsseminar belegt, welches ein neues Lichtkonzept für das CUBITY planen soll.
CUBITY ist ein Forschungsprojekt der TU-Darmstadt welches Konzepte des modularen Bauens erforscht hat.
Das CUBITY wird nun eine neue, vorerst endgültige, Nutzung erhalten und benötigt dafür eine zeitgemäße und aktualisierte Beleuchtungsinstallation. Ich bin gespannt über welche Möglichkeiten Lichtarchitektur verfügt und wie sehr es die Architektur an sich beeinflusst.

Bauen im Bestand - Seminar
Das Seminar "Bauen im Bestand - Serielle Nachverdichtung und Modernisierung" befasst sich mit dem Potential, dass sich in Bestandsgebäuden verbirgt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Zeilenbauten aus den Sechziger Jahren. Diese wurden damals schnell und günstig aus der Erde gestampft um Wohnraum zu generieren und tun dies leider nicht auf eine besonders Effiziente und schöne Art. Heute sind Sie in der Regel in einem katastrophalen Zustand und sind dringend Sanierungsbedürftig. Um dies kostengünstig und Zukunftsfähig zu planen soll eine serielle Modernisierungsweise angewendet werden. Diese gilt es für ein Projekt in Darmstadt zu entwickeln. Im Zuge der Sanierung soll auch Zeitgleich aufgestockt werden, um den steigenden Bedarf an Wohnraum zu deckeln.
Diese Konzepte müssen entwickelt werden.
Ich denke, dass wir in Zukunft seltener neu Bauen werden, sondern vielmehr mit dem Bestand arbeiten müssen. Wir müssen sanieren und nachverdichten.
Wie ihr seht, ist mein Semester trotz des mangelnden Entwurfs ganz schön voll gepackt. Wenn das alles so klappt wie geplant, muss ich danach nur noch eine Vorlesung besuchen, einen Entwurf mit Vertiefermodul machen, drei Stehgreife absolvieren, wobei ich einen davon vorraussichtlich dieses Semester schon mache, mein Forschungsmodul erledigen und meine Thesis machen. Also gar nicht mehr soooo viel :D das sollte in zwei weiteren Semestern zu machen sein.
Ich bin gespannt was dieses Semester so mit sich bringt und freu mich schon drauf.
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